Traumreise Sri Lanka: Das Paradies der Verschwundenen

Ein paradiesisches Chaos zwischen buddhistischer Vorherrschaft und blindem Tourismus in einer Nachkriegszeit, charakterisiert durch eine leise systematische Marginalisierung der tamilischen Bevölkerung im Norden und Osten Sri Lanka‘s, über das man sich längst anfangen sollte sehr sorgfältige Gedanken zu machen, wie man einen nachhaltigen Beitrag für die Zukunft leisten kann die Grundrechte derjenigen einzufordern und sich für die einzusetzen, die nicht gesehen oder gehört werden können.

Betrachtet der heutige durchschnittliche trendy „Travelblogger“ die Website von Lonely Planet, werden ihm unberührte goldene Strände zum Entdecken, atmosphärische Zugreisen durch Hügeln bedeckt von Tee oder auch uralte Tempel zum Bewundern in Sri Lanka versprochen. Sri Lanka sei für den unerschrockenen Entdeckungsjunkie entweder perfekt seinen Durst nach der optimalen Welle zu stillen oder die Neugierde gegenüber der reichhaltigen Tierwelt und buddhistischen Tempel zu befriedigen. Selbst die Gebiete im Norden und Osten des Inselstaats, wo der Zugang verboten oder schwer zugänglich war, werden neue aufregende Entdeckungen für jeden Reisenden liefern. Sri Lanka sei, nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs, ein wiederbelebtes Land. So verspricht es zumindest Lonely Planet.

Es ist davon auszugehen, dass Lonely Planet bei der Lieferung von neuen Entdeckungen aus den Gebieten im Norden und Osten Sri Lanka‘s nicht unbedingt die Entdeckung des bisher größten Massengrabs in der Geschichte der Insel in Mannar mit Überresten von knapp 300 Menschen, darunter mindestens 23 Kinder, zu Beginn des letzten Jahres gemeint hat. Vielleicht sind aber auch die unzähligen buddhistischen Statuen gemeint, die wie aus dem Nichts in tamilischen Gebieten auftauchten, welche selbst die vertriebenen ehemaligen tamilischen Bewohner und Besitzer, wie zum Beispiel im Norden Vavuniya‘s , nicht zum säubern geschweige denn zum aufräumen betreten durften, sodass klanglos die gut durchgeplante singhalesisch-buddhistische Besiedlung tamilischer Provinzen mit tatkräftiger Unterstützung von buddhistischen Mönchen und der Regierung weiter voran schreiten kann. Das uralte tamilische Erbe und die kulturellen Symbole als auch der eigene Besitz von Land in diesen Gebieten müssen selbstverständlich für das neue „trendy“ wiederbelebte Sri Lanka weichen.

Eine offensichtliche Entdeckung wird jeder Reisende am Ende des Tages garantiert machen, wenn man sich nicht gerade nur auf Mangos und Elefanten konzentrierte. Die tamilischen Gebiete im Norden und Osten sind massiv von bitterer Armut und zu großen Teilen von einer starken Militarisierung geprägt. Die Marginalisierung der tamilischen Bevölkerung in diesen Gebieten ist deutlich spürbar. Sie können kaum bis gar nicht am wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Leben in ihrer eigenen Heimat teilnehmen. Es hängt ein Schleier der Machtlosigkeit über diesen Provinzen. Diese Machtlosigkeit lässt sich vor allem auch in den Gesichtern derer Mütter ablesen, die seit über 600 Tagen ununterbrochen auf der Straße für ihre seit dem Ende des Bürgerkriegs vermissten Angehörigen demonstrieren und sich für eine transparente Aufklärung stark machen. Das Massen Verschwinden der Tamilen ist ein deutliches Zeichen für die Institutionalisierung des Verschwindenlassen in Sri Lanka und die Verschleierung der Schicksale und Aufenthaltsorte jener, die sich der Armee am Ende des Bürgerkriegs 2009 in Sri Lanka ergaben. Bereits 20 Menschen sind in den vergangenen 10 Jahren auf der Suche nach ihren Angehörigen verstorben, ohne jegliche Information, wo und wie ihre Liebsten verblieben sind. Bis heute sind über 10.000 Tamilen spurlos verschwunden lassen worden.

Auf dem Heimweg zurück zum gewohnten Wohlstand zuhause, an dem viele partizipieren dürfen als auch an den dazugehörigen Luxusproblemen der modernen westlichen Gesellschaft, kam im besten Fall die Erkenntnis. an diejenigen zu denken, die kein Glück hatten und was genau zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in diesen Regionen beitragen könnte.

Text: Aravinth Ganeshan

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