Bürger kritisiert Multikulti-Programm am Zapfenstreich

Die geplanten Darbietungen am diesjährigen Zapfenstreich werden auf Social Media angeprangert. Ein Nutzer ärgert sich über die bunte Mischung von Darbietungen aus der ganzen Welt. Die Organisatoren sehen keinen Handlungsbedarf.

Eine albanische Volkstanzgruppe, Volkslieder aus der Türkei und ein tamilisch-indischer Tanz: Das wird – nebst den Auftritten der Musikgesellschaft Eintracht Windisch und anderen regionalen Musikgruppen – am Windischer Zapfenstreich geboten. Das scheint nicht allen zu passen. Auf Facebook lässt ein Nutzer seiner Wut freien Lauf: «Was haben ein albanischer Volkstanz und türkische Lieder an einem Windischer Zapfenstreich verloren? Kann man nicht einfach mal einen gutbürgerlichen Brauch ohne das ganze ‹Multikultizeugs› durchführen? Als Nächstes kann man wahrscheinlich nur noch Kebab statt einer feinen Bratwurst oder Cervelat kaufen.» Zustimmung für dieses Votum erhält er von fünf weiteren Usern in Form von Likes. Ansonsten äussert sich niemand öffentlich zu diesem Thema. Eine Nachfrage der az bei der Windischer Jugendfestkommission zeigt: Direkte Kritik wurde bisher nicht an die Organisatoren getragen.

Inputs von Treffpunkt Integration

Die Verantwortung für das Zapfenstreich-Programm liegt bei der Jugendfestkommission Windisch. Die Organisation des Zapfenstreichs haben die Jugendfestpräsidentin Ursula Fehlmann und Kommissionsmitglied Thomas Sigrist übernommen. Die Acts – folglich also die albanische Volkstanzgruppe und die türkischen Volkslieder sowie der tamilisch-indische Tanz – wurden von Katrin Potratz und den Vernetzerinnen vom Treffpunkt Integration vorgeschlagen. Anschliessend wurden die Vorschläge von der Jugendfestkommission abgesegnet.

Wie bereits vor zwei Jahren arbeitet die Jugendfestkommission erneut mit dem Treffpunkt Integration Windisch zusammen. Er ist verantwortlich für die nichtschweizerischen Darbietungen. Diese seien eine gute Ergänzung zum traditionellen Konzert der Musikgesellschaft Eintracht und den Musikgruppen aus der Region, finden die Organisatoren. «Deshalb haben wir auch dieses Jahr gerne die Vorschläge vom Treffpunkt Integration entgegengenommen.»

Kein Handlungsbedarf

Ursula Fehlmann und Thomas Sigrist nehmen die Kritik auf Facebook zur Kenntnis, sagen aber: «Man kann es sowieso nicht allen recht machen. Und solange es vereinzelte Stimmen sind, die diese Art von Kritik üben, sehen wir keinen Handlungsbedarf.» Fehlmann ergänzt: «Ich verstehe nicht, was gegen albanische Volkstänze einzuwenden ist. Wichtig ist ein abwechslungsreiches, farbiges Programm, und dies wird gerade auch durch die multikulturellen Darbietungen gewährleistet.» Sie sei gespannt auf diese Vorführung, vielleicht werde in Albanien ja ähnlich getanzt wie in der Schweiz.
Vor zwei Jahren wurde der Zapfenstreich erstmals seit langem wieder neu organisiert. «Für diese neue Form des Zapfenstreichs erhielten wir praktisch nur positive Rückmeldungen», sagt Thomas Sigrist. «Vereinzelt gab es negative Reaktionen, aber die positiven überwogen klar.» Für Ursula Fehlmann und Thomas Sigrist ist klar: Der Zapfenstreich soll der gesamten Windischer Bevölkerung offenstehen. «In Windisch wohnen rund 7350 Menschen, fast 30 Prozent davon sind Ausländer. Ein Fest ist ein guter Anlass, um sich ungezwungen näherzukommen», sagt Ursula Fehlmann. «Windisch ist multikulti, dies darf und soll sich auch im Zapfenstreichprogramm niederschlagen.» Es gehe dem OK aber nicht um ein Multikulti-Programm, sondern um ein attraktives Musik- und Kulturprogramm, das möglichst die ganze Bevölkerung von Windisch ansprechen soll.

source: http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/brugg/buerger-kritisiert-multikulti-programm-am-zapfenstreich-130251665

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