Ein derart großer Erfolg verwirrt mich doch ein bisschen

„Bahubali“ ist ein indischer Film aus der südindischen Tollywood-Schmiede. Er verbindet hinduistische Sagen mit Legenden über ein altes Königreich Mahishmati im heutigen Zentralindien und weckt Erinnerungen an „Der Herr der Ringe“. Regisseur Srisaila Sri Rajamouli spielt mit Mythen und ist selbst vom internationalen Erfolg seines Werks überwältigt.

Von Jürgen Webermann

Liebe. Verrat. Gerechtigkeit. Krieg. Schlachten. Landschaftsgemälde. Alles episch. Das ist „Ich bin Bahubali“. Eine Mischung aus dem antiken Schlachtepos „300“ und dem „Herrn der Ringe“. Technisch aufwendig animiert. Alles „larger than life“, wie es in Indien heißt. Überlebensgroß also.

„Es ist eine alte Story, aber erzählt mit ganz neuer Technik. Und das macht diesen Film so erfolgreich. In Indien und international.“ Shubhra Gupta ist eine der renommiertesten Filmkritikerinnen Indiens. „Der Film liefert ein Spektakel, aber mit Herz.“

Die Geschichte geht so: Ein König wird verraten und umgebracht. Die Königin rettet den Sohn, stirbt aber selbst. Der Sohn wächst bei einfachen Leuten auf. Und dann schließt er sich Rebellen an, um schließlich Rache für den Verrat an seinem Vater zu nehmen.

Ein Geschichte, die funktioniert

Der Film verbindet Elemente alter hinduistischer Sagen mit Legenden über ein altes Königreich Mahishmati im heutigen Zentralindien. Regisseur Srisaila Sri Rajamouli spielt mit diesen Mythen. Auch Bahubali heißt als Kind nicht zufällig Shiva. Shiva ist in der Mythologie der Gott der Götter. Seine Fähigkeiten sind, wie zu erwarten, übernatürlich, was ihn in seinem Kampf gegen den dämonischen Herrscher Mahishmatis, hilft. Das Ganze erinnert ein bisschen an den Königssohn Aragorn, der im „Herrn der Ringe“ Mittelerde rettet. Aber solche Geschichten funktionieren nun mal, meint Regisseur Rajamouli:

„Wenn wir nicht an den Erfolg geglaubt hätten, dann hätten wir wohl auch nicht so ein hohes Budget eingesetzt. Aber gut, ein derart großer Erfolg, auch noch weltweit, das verwirrt mich dann doch ein bisschen.“

Geheimtipp Tollywood

18 Millionen Dollar hat Bahubali gekostet. Das ist ein Witz im Vergleich zu den Kosten großer Hollywood-Produktionen. Und dennoch ist Bahubali einer der teuersten Film Indiens. Er kommt ohne Superstar und ohne die Marke „Bollywood“ aus. Bahubali wurde in Hyderabad in Südindien gedreht. Hier heißt das Kino, angelehnt an die Bundesstaaten Tamil Nadu und Telangana, Tollywood. Die meisten Deutschen dürften davon noch nie etwas gehört haben, aber, sagt Shubhra Gupta:

„Das südindische Kino ist seit Jahren viel weiter als Bollywood. Die Regisseure und Produzenten haben es geschafft, ein technisches Level zu erreichen, das in Bollywood bisher nicht erreicht wurde.“

Ohnehin haben es bisher nur wenige indische Filme zu wirklichem internationalen Erfolg gebracht, allen voran „Lunchbox“, eine kleine, rührende Geschichte aus dem Jahr 2013 über ein ungleiches Paar in Mumbai.

Bahubali dürfte weltweit noch erfolgreicher werden. Für Shubhra Gupta, die Filmkritikerin, ein Beleg, dass indisches Kino mehr ist als Tanz und Kitsch. Regisseur Rajamouli kann seinen Erfolg aber nur bedingt genießen. Er arbeitet am zweiten Teil der Saga. Anfang 2017 soll er in die Kinos kommen.

source: http://www.deutschlandfunk.de/tollywood-blockbuster-ein-derart-grosser-erfolg-verwirrt.1773.de.html?dram:article_id=352692

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