Tamilen warnen Schweiz vor Partnerschaft mit Sri Lanka

BernMehrere hundert Tamilen haben am Mittwoch an einer Kundgebung die Politik der srilankischen Regierung angeprangert. Der Genozid an den Tamilen daure sieben Jahre nach Kriegsende an. Die Schweiz spiele dabei eine fragwürdige Rolle.
Bild: Keystone

Dass Bundesbern eine Migrationspartnerschaft mit dem «Unrechtsregime» in Sri Lanka anstrebe, sei ein absoluter Skandal. Die Schweiz verschliesse die Augen vor der realen Situation und kooperiere mit der srilankischen Regierung, anstatt eine Annäherung von konkreten Friedensbemühungen abhängig zu machen.

«Völkermord geht weiter – Schweiz schweigt» hiess es auf einem der Transparente. «Die Schweiz muss uns als nationale Volksgruppe anerkennen» lautete ein weiterer Slogan der Demonstrierenden.

Die Kundgebung fand am siebten Jahrestag des Kriegsendes in Sri Lanka statt. Der Bürgerkrieg endete am 18. Mai 2009 mit dem militärischen Sieg der srilankischen Regierungstruppen über die tamilischen Rebellen.

Seither habe die Regierung keinerlei Bemühungen zur Versöhnung der Ethnien und Religionen unternommen, kritisierte der Schweizerische Volksrat der Eelam Tamilen (SCET) als Organisator der Kundgebung. Nach wie vor würden die tamilischen Siedlungsgebiete vom Militär besetzt gehalten, Grundbesitzer enteignet und ihre Grundstücke für militärische Zwecke oder für den Bau von Hotelresorts verwendet.

In Sri Lanka finde «ein fortdauernder Genozid an den Tamilen» statt, sagten Rednerinnen und Redner vor dem Bundeshaus. Dazu gehöre auch sexuelle Gewalt gegen Frauen, sei es durch Zwangssterilisierungen oder durch Vergewaltigungen von tamilischen Frauen durch Soldaten.

Der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter und sein Amtskollege Mangala Samaraweera hatten Anfang März in einer Absichtserklärung deutlich gemacht, dass sie eine Migrationspartnerschaft anstreben. Samaraweera hatte alle Bürger im Exil eingeladen zurückzukommen und beim Wiederaufbau des Landes zu helfen, auch die Asylbewerber in der Schweiz.

Widerspruch kam am Mittwoch von den Demonstrierenden. Bevor die Schweiz eine Partnerschaft mit Sri Lanka eingehen dürfe, müsse die internationale Kommission ihre Untersuchung der Kriegsverbrechen und des Völkermordes abschliessen können. Die Täter seien zur Verantwortung zu ziehen, politische Gefangene und Kriegsgefangene umgehend freizulassen.

Ausserdem müsse sich die Armee aus dem tamilischen Siedlungsgebiet zurückzuziehen und die geraubten Ländereien zurückerstatten. Solange die Regierung alle Bestrebungen zur Versöhnung zwischen den Ethnien und Religionen verhindere, mache ein friedenspolitisches Engagement der Schweiz keinen Sinn. (chh/sda)

source: http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/pTamilen-warnen-Schweiz-vor-Partnerschaft-mit-Sri-Lankap/story/22546200

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